Thursday, September 20. 2007Jail BaitWood spinnt in Jail Bait einen Faden, den er in The Violent Years später wieder aufnimmt. Es geht um die Kinder gut situierter Eltern, die - mangels Aufmerksamkeit - auf die schiefe Bahn geraten. In Jail Bait ist es der Sohn eines (weltberühmten) Chirurgen, der sich auf einige Gaunereien (wegen unerlaubten Waffenbesitzes muss man ihn zu Anfang des Films auf Kaution von der Polizeiwache freikaufen) einlässt und schließlich einen Nachtwächter bei einem Schuss aus dem Affekt umbringt. Dass Wood diese Grundlage für das futuristische Thema einer Gesichtstransplantation verwendet, zeugt von seiner Kreativität. Und die Tatsache, dass der gute Doktor dies mit einer Küchenschere und einer Schüssel heißes Wasser bewerkstelligt. Natürlich beinhaltet der Film auch unfreiwillig komisches, was bei Woods Arbeitsweise ja (zum Glück?) nicht ausblieb. Am witzigsten fand ich die Szene, in welcher der Doktor in der Küche des Gangsters alle Schränke durchsucht - scheinbar unter dem Vorwand, eine Schüssel zu suchen. Tja, die Pointe des Ganzen: er sucht die Schüssel wirklich! - und findet sie erst im sechsten oder siebten Anlauf. Ob Wood damit einfach nur die pure Loyalität des Doktors zeigen wollte? Der könnte doch eigentlich auf den Gedanken kommen, nach dem Verbleib seines vermeintlich entführten Sohnes zu schnüffeln. Der die ganze Zeit eher senil denn genial wirkende Darsteller des Doktors starb übrigens laut IMBd am Morgen nach seiner letzten Szene. Wer die Inspiration zu Face/Off sehen möchte und Wood-Sympathisant ist, kommt auch um diesen Film nicht herum! Wednesday, September 19. 2007White ZombieMadaline's husband Neil is like a typical hero type, but it is sure that he loves his bride, though whether this is more or less than Beaumont I cannot guess. In one of my favourite scenes in the film, he is drowning his sorrows after the death of his wife, and sees mirages of her calling his name. He stumbles towards her, against a backdrop of the shadows of figues, unnoticed, in the corner of a bar- creating a moving and perfect picture of dejection. Towards the end of the film, Beaumont gets his zombie slave. Madaline sits pale and lifeless at a piano, playing the same song over, and the insidious sexual tension reaches its peak- the enrequited lover has not his hearts desire, but a beautiful corpse, a fragile caged bird who will not sing. The ending, set in a high vaulted gothic castle by the sea, I seem to remember being a little bizarre, though this is barely detrimental to the film as a whole. I find the whole story fascinating, of the lengths people will go to to try to get what they cannot have, and only wish I could find better words to describe it than I have done here. Thursday, September 13. 2007Plan 9 From Outer SpaceKult-Epos einer Regie-Legende "Plan 9..." setzt dem Woodschen Schaffen sicherlich die Krone auf. Der ganze Plot ist so überladen mit allem, was die zeitgenössischen Sci-Fi- und Horror-Genres hergaben und so bizarr verquirlt, dass der WTF?-Faktor neue Dimensionen erreicht. Ich meine, wie zur Hölle wollen diese Außerirdischen die ganze Welt vernichten, wenn sie mit ihrem Plan 9 nicht einmal drei Untote vernünftig kontrollieren können? Warum hat der Chef der Außerirdischen eine Hellebarde auf der Brust? Überhaupt: warum sehen die Außerirdischen wie Menschen aus? Gut, viele Fragen lassen sich einfach beantworten: mangelndes Budget. Dass dieses hauptsächlich von Baptisten bezahlt wurde, ist ein weiteres respektables Zeugnis von Woods Überzeugungskünsten und seinen Willen, über so gut wie alle Leichen zu gehen. Schließlich mussten sich die Akteure des Filmes (Tor Johnson, Vampira, Bunny Breckinridge und Ed Wood selbst) taufen lassen, um die nötige religiöse Reputation zu bekommen. Der baptistische Arm zeichnet sich wohl auch für einen der Darsteller, den grobschlächtigen Piloten Jeff Trent (gespielt von Gregory Walcott), verantwortlich - man wollte doch gerne einen stereotypischen Helden an Bord haben. "Plan 9..." ist in seiner Gesamtheit wohl das wirrste, das Ed Wood geschaffen hat (stellenweise wird diese Wirrheit noch in "Night of the Ghouls" übertroffen) und genau das macht die Faszination und den Charme dieses Epos' aus. Ich denke nicht, dass es sich lohnt, den Film öfter als einmal zu sehen. Aber einmal, doch, einmal sollte man ihn gesehen haben. Wednesday, September 5. 2007Glen or GlendaDies ist aber nur eine der Erzählebenen. Der Film besitzt mehrere davon, die manchmal verwirrend ineinander greifen. Die erste Ebene wird von dem alternden Bela Lugosi besetzt, der in einem Kämmerlein den Philosophasten mimt und in abgedroschenen Phrasen Allgemeinheiten über die Menschheit preisgibt ("Manchmal ist das falsch, das richtig scheint und das richtig, das falsch scheint"). Auf der zweiten Ebene untersucht ein Inspektor den Selbstmord eines Transvestiten (oder Hermaphroditen? Das weiß ich nun nicht mehr ganz) und informiert sich bei einem Psychater über das Phänomen. Auf der dritten Ebene spielen sich dann zwei Handlungsstränge ab: die Geschichte von Glen und Glenda, eines Transvestiten und die von Alan und Ann, eines Hermaphroditen. Diese werden von dem Psychater kommentiert. Wahlweise lässt sich das surreale Traumgeschehen in Glen/Glendas Ebene noch als vierte Unterebene bezeichnen, die wiederum mit der ersten kommuniziert. Man sieht: es ist verwirrend. Nie wird wirklich klar, welche Intention Wood genau verfolgt. Einerseits möchte er eine gründliche Dokumentation über die Probleme und die Unterschiede zwischen Hermaphroditen, Transvestiten und auch Homosexuellen abliefern und den Betrachter für diese Themen sensibilisieren - andererseits möchte er einen intelligenten, avantgardistischen Film zeigen, der tiefere Komplexität durch seine Erzählschichten und surreale Einwürfe bietet. Diese - ich denke einmalige - "Avantdoku" kränkelt dann allerdings doch an den vielen Ambitionen Woods. Bela Lugosi ist in diesem Film eigentlich vollkommen unnötig. Ich nehme an, dass Wood in aus Sympathie, und um dem amerikanischen Publikum einen halbwegs gewohnten Einstieg zu bieten, engagiert hat. Die Traumsequenz in Glen/Glendas Handlungsstrang nimmt leider viel zu viel Platz ein und sein - wie sagt Udo so schön - "What the fuck?"-Faktor (Fucktor?) verhindert eigentlich den seriösen Ansatz Woods, hier Aufklärungsarbeit leisten zu wollen. Jeder Kinogänger wird sich doch spätestens an der Stelle gedacht habe: "DAS kommt also dabei heraus, wenn ein Transvestit Filme macht....". Wie dem auch sei, "Glen or Glenda" gehört zu dem obskursten, was ich je gesehen habe und ist allein deshalb eine Empfehlung wert. Monday, September 3. 2007Bride of the MonsterBilligster Horror-Humor mit guter Besetzung Der alternde Bela Lugosi scheint dazugelernt zu haben. Vergleicht man "Bride of the Monster" mit dem 31er "Dracula", dann ist vor allem hervorzuheben, dass er mindestens zwei Grimassen (aufgesetztes Grinsen, aufgesetztes Kichern) dazugelernt hat; die Closeups seines Gesichts mit hypnotisch durchdringenden Augen und hochgezogenen Brauen gehören ja seit je her zum Standardrepertoire. Und trotzdem das alles bekannt ist, macht Lugosi diesen Film zu etwas besonderem. Seine komplett affektierte und trotzdem abstrus authentische Aura gibt dem Film das nötige Volumen, um nicht in der unterhaltungsarmen Bodenlosigkeit zu verschwinden, die viele dieser Mittfünfziger Horrorschinken geschluckt hat. Dafür sorgt aber nicht nur Lugosi. Auch der unfreiwillig(?) komische Tor Johnson brilliert als Lobo, eine Art Frankensteins Monster, dessen knuddeliger Anzüglichkeit nur mit Peitschenhieben beizukommen ist und der eine auffällige Vorliebe für Damenhüte hat (der laut Udos Ausführungen wohl ein Fetisch Woods zu Grunde liegt). Was bleibt sonst? Der Plot ist stumpf und vorhersehbar, lediglich kleine Gimmicks, wie der Versuch, das Geheimnis um das Monster von Loch Ness zu lüften (obwohl dort nie die Rede von einem verstrahlten Oktopus die Rede war), oder der zahme Vogel des Chief Inspectors sowie dessen, auf seinem eigenen Schleim ausrutschenden, speichelleckenden Officers sind originell. Trotz der Stumpfheit und eben Dank des guten Casts ist "Bride of the Monster" für einen kurzweiligen Kinoabend, bei dem gelacht werden darf, bestens geeignet.
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