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Monday, June 9. 2008
s. dazu: Nachgetreten bei zdf.de
Comedy-Formate müssen wohl rund um den Fußball sein. Die ARD versucht das mit "Waldis EM-Stammtisch" und Oliver Pocher zu realisieren. Das ZDF hat sich dafür einen Reigen deutscher (Alt-)Komödianten gesichert, die sich in der Sendung "Nachgetreten" an die humoristische Verarbeitung des Spieltages machen. Und das ganz, ganz schlecht.
Wer soll denn lachen, wenn die Baumarkt-Nase wieder mit den Wohnwagenwitzen ankommt. Gerade gegenüber Osteuropäern wurden wieder Ressentiments geschürt. Polen klauten Autos, Rumänen äßen den eigenen Busfahrer, wenn sie hungrig seien. Haha. Ach. Man sollte meinen, Fußballgroßveranstaltungen dienten nicht dem Miteinander sondern der klaren Ab- und Ausgrenzung.
Für diese peinliche Veranstaltung kriegt das ZDF von mir ganz klar die moralische gelbe Karte. Humor ist anders und nicht, wenn man trotzdem lacht.
Monday, December 3. 2007
Die letzten Wochen schaue ich mir sonntags gerne das Nachtprogramm der ersten beiden Programme an. ttt und Druckfrisch in der ARD und das Nachtstudio im ZDF. Das letzte Thema des Nachtstudios brachte meine übermüdeten Gehirnzellen noch einmal in Schwung: "Die Heimat - Hölle oder Himmelreich?" brachte mich zurück zu einem lang gesponnenen Faden, denn eine Frage beschäftigt mich immer wieder: Was ist Heimat? Wie ist Heimat? Wodurch kommt Heimat zustande?
Für mich ist Heimat kein regionaler, sondern ein lokal gebundener Begriff. Das Oberbergische habe ich nie als meine Heimat empfunden, einfach deshalb, weil meine Familie in anderen Ecken Deutschlands (oder des heutigen Polens) verwurzelt ist und gerade der "oberbergische Anteil" früh verstarb. Ich unterscheide daher zwischen der regionalen Heimat, einem tradierten Heimatsgefühl, das Eltern und Großeltern vermitteln und einem lokal gebundenen Heimatsgefühl, dass sich auf die vier Wände des Elternhauses beschränkt, das für Sicherheit und Geborgenheit steht.
Wenn wir im allgemeinen von dem Begriff "Heimat" sprechen, dann meinen wir das regionale Heimatsgefühl und dem stehe ich ambivalent gegenüber, so, wie es auch der Schriftsteller Michael Lentz im Nachtstudio tat. Auf der einen Seite schätze ich die, die daheim geblieben sind, heimlich herab, doch auf der anderen Seite beneide ich sie für ihr Zugehörigkeitsgefühl, das ich mir oft in meiner Rastlosigkeit wünschte. Und da ich jetzt so in der Welt herumgondele, unterbreche ich auch diese Kette, die dafür gesorgt hätte, das ein gewisses tradiertes Heimatsgefühl entstanden wäre. Aber wer weiß, vielleicht ruft mich das Oberbergische irgendwann doch wieder?
Monday, September 24. 2007
Does anybody know this Princess?
Or indeed any of her faithful companions? I ask people [unnaturally frequently, in fact] and no one seems to remember this show, I have no idea why. I have fond memories of watching it with one of my friends from primary school, and us acting out the adventures, somehow I always ended up being the cat. Yet now I own but one video tape which I've had since I was about 6, of the first episode in the series.
The story centres around the princess Starla [called "Gwenevere" in america], who is to be awarded the Sun Stone, a magical gemstone that allows her to become a Jewel rider like her friends Tamora and Vallan, a protector of the land of Avalon. However, before the ceremony is able to begin, the three girls must recover the missing wizard Merlin and the crown jewels of Avalon, who unbeknownst to them have been captured by Starla's über-mean aunt Kale. They set out on a journey, and on the way, meet a winged unicorn named Sunstar, with whom Starla shares a mysterious bond. Kale has the jewels, and the unicorn, but of Merlin there is no trace, untill the end, when he is able to save the day by scattering the gems back to land from which they came and out of the hands of Kale, thus paving the way for the episodes to continue as the crown jewels are searched for.
The show seemed to have everything- lovable characters, such as Spike, the brave little cat who risks his life for his friend Tamora, and Archie the talkative and loyal little owl; tales of friendship, magical jewels; and a marginally more sophisticated plot than many kids tv shows, it seems fascinating that it's not still loved by girls everywhere. The pseudo-mediaeval soundtrack may even be a draw for some people, as it sounds like something penned by Jon Anderson.
This is 2007, right? So, I did a quick search on Amazon to see if, like everything else on earth, my fave childhood show was coming out on DVD- and found that my VHS tape is now worth £40, and the rest of the series appears to be unavailable.
Sunday, September 23. 2007
Lutz findet die tollsten Sachen im Netz:
Der Kurzfilm "Zeit" schafft einen guten Bogen zwischen Komik und Beklommenheit, wozu die erstklassigen Bilder und Schauspieler beitragen. Ist einen näheren Blick wert.
Thursday, September 20. 2007
 Die "Ed Wood Collection" ist mit sechs Filmen wirklich proppevoll. Jail Bait ist, trotz aller Schwächen, einer der besseren dieser Box. Woods Œuvre der frühen Jahre kannte zwei Seiten: SciFi/Horror und Krimi/Sozialkritik. Dieser hier sitzt zwischen den Stühlen. Gegenüber Glen or Glenda verzichtet Wood auf avantgardistische Ansätze und verschiedene Erzählebenen, was der Flüssigkeit des Filmes gut tut. Der Cast ist, bis auf Timothy Farrell, der den Gangster Vic Brady spielt (und in Glen or Glenda als Psychater bzw. Erzähler tätig war), scheußlich. Viele Szenen wirken wie Aufführungen einer Schultheatergruppe. Aber wer Ed Wood sieht, der weiß, was ihn erwartet.
Wood spinnt in Jail Bait einen Faden, den er in The Violent Years später wieder aufnimmt. Es geht um die Kinder gut situierter Eltern, die - mangels Aufmerksamkeit - auf die schiefe Bahn geraten. In Jail Bait ist es der Sohn eines (weltberühmten) Chirurgen, der sich auf einige Gaunereien (wegen unerlaubten Waffenbesitzes muss man ihn zu Anfang des Films auf Kaution von der Polizeiwache freikaufen) einlässt und schließlich einen Nachtwächter bei einem Schuss aus dem Affekt umbringt. Dass Wood diese Grundlage für das futuristische Thema einer Gesichtstransplantation verwendet, zeugt von seiner Kreativität. Und die Tatsache, dass der gute Doktor dies mit einer Küchenschere und einer Schüssel heißes Wasser bewerkstelligt.
Natürlich beinhaltet der Film auch unfreiwillig komisches, was bei Woods Arbeitsweise ja (zum Glück?) nicht ausblieb. Am witzigsten fand ich die Szene, in welcher der Doktor in der Küche des Gangsters alle Schränke durchsucht - scheinbar unter dem Vorwand, eine Schüssel zu suchen. Tja, die Pointe des Ganzen: er sucht die Schüssel wirklich! - und findet sie erst im sechsten oder siebten Anlauf. Ob Wood damit einfach nur die pure Loyalität des Doktors zeigen wollte? Der könnte doch eigentlich auf den Gedanken kommen, nach dem Verbleib seines vermeintlich entführten Sohnes zu schnüffeln.
Der die ganze Zeit eher senil denn genial wirkende Darsteller des Doktors starb übrigens laut IMBd am Morgen nach seiner letzten Szene. Wer die Inspiration zu Face/Off sehen möchte und Wood-Sympathisant ist, kommt auch um diesen Film nicht herum!
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