Unter der Geschäftigkeit der letzten Wochen leidet das Blog zusehends. Inspirationen für Einträge sind da, aber der Gedanke an deren Umsetzung ein selten gedachter, meist nachts, wenn ich doch ein paar Stunden schlafen möchte.
Halt, halt. Das ist nicht die Überforderung. Es geht mir gut im Studium. Ich mache meine Hausaufgaben, ich bin aktiv und aufmerksam. Aber eben für acht Stunden am Tag. Das - und auch die Hausarbeit - grenzt mein Tätigkeitsfeld eben auf jene Elemente ein; die Freiheit, die ich in den letzten Monaten, nach meinem Ausscheiden bei Oberberg Online, genoss, ist zurückgewichen. Das liegt natürlich auch an den fordernderen Aufgaben. Es sollte meine Freude am Studieren nicht trüben, doch in den letzten Tagen hatte ich auch einige Tiefs hinter mir. Besonders das Alleinsein, das macht sich bemerkbar.
Ich vermisse Dawn so sehr und bin jetzt überglücklich, dass ich sie Weihnachten wiedersehen kann. Bis dahin steht viel an. Dieses Wochenende ein Meilenstein auf dem Weg nach vorn: das Auswahlseminar bei der Studienstiftung des deutschen Volkes. Ich feile noch ein wenig an meinem Referat, ich habe mich gut vorbereitet und ich gehe mit Selbstbewusstsein darauf zu. Trotzdem bleiben natürlich Zweifel, trotzdem bin ich jetzt nervös, ach, ich wollt' es wär bereits morgen und die entscheidende Nachricht käme bald.
Das Scheitern ist natürlich einkalkuliert, Bafög längst beantragt. Doch das wird so eine Sache: Vorausleistung werde ich beantragen müssen, da ich sonst finanziell kaum hinkommen werde. Und ein Beruf nebenbei? Ich weiß, wohin das führt, das hat mir das Abendgymnasium gezeigt. Ich kann meinen Anspruch, einen bestmöglichen Studienabschluss zu schaffen, nicht mit einer Nebeneinkunft, die Miete und Nahrung (geistiger wie physischer Natur) abdecken soll, verbinden.
Es sind viele Gedanken, die mich bewegen. Nach diesem Wochenende werden es vielleicht weniger sein. Ich schrieb dies jetzt auf, bevor ich vor dem Einschlafen daran gedacht hätte.