
Nachdem Udo nicht nur mich sondern auch Dawn neugierig auf die Ed-Wood-Box gemacht hatte (s. auch: seine
Rezension im Progblog), konnten wir dem Wahnsinnsangebot (3 Pfund) der englischen Amazon-Seite nicht widerstehen und griffen zu. Das hat sich gelohnt! Zwar habe ich zu "Bride of the Monster" schon auf Udos
SciFi-B-Movie-Seite darüber geschrieben, aber der Ausführlichkeit halber führe ich die kleine Rezension hier auch noch auf.
Billigster Horror-Humor mit guter Besetzung
Der alternde Bela Lugosi scheint dazugelernt zu haben. Vergleicht man "Bride of the Monster" mit dem 31er "Dracula", dann ist vor allem hervorzuheben, dass er mindestens zwei Grimassen (aufgesetztes Grinsen, aufgesetztes Kichern) dazugelernt hat; die Closeups seines Gesichts mit hypnotisch durchdringenden Augen und hochgezogenen Brauen gehören ja seit je her zum Standardrepertoire.
Und trotzdem das alles bekannt ist, macht Lugosi diesen Film zu etwas besonderem. Seine komplett affektierte und trotzdem abstrus authentische Aura gibt dem Film das nötige Volumen, um nicht in der unterhaltungsarmen Bodenlosigkeit zu verschwinden, die viele dieser Mittfünfziger Horrorschinken geschluckt hat.
Dafür sorgt aber nicht nur Lugosi. Auch der unfreiwillig(?) komische Tor Johnson brilliert als Lobo, eine Art Frankensteins Monster, dessen knuddeliger Anzüglichkeit nur mit Peitschenhieben beizukommen ist und der eine auffällige Vorliebe für Damenhüte hat (der laut Udos Ausführungen wohl ein Fetisch Woods zu Grunde liegt).
Was bleibt sonst? Der Plot ist stumpf und vorhersehbar, lediglich kleine Gimmicks, wie der Versuch, das Geheimnis um das Monster von Loch Ness zu lüften (obwohl dort nie die Rede von einem verstrahlten Oktopus die Rede war), oder der zahme Vogel des Chief Inspectors sowie dessen, auf seinem eigenen Schleim ausrutschenden, speichelleckenden Officers sind originell.
Trotz der Stumpfheit und eben Dank des guten Casts ist "Bride of the Monster" für einen kurzweiligen Kinoabend, bei dem gelacht werden darf, bestens geeignet.