Echofields ist das Projekt des Bayreuther Multiinstrumentalisten Andreas Hack und der Sängerin Katja Hübner, die auf "817 (days)" von weiteren Musikern begleitet werden. Ziel des Projekts ist es, in einem von Plagiaten wimmelnden Markt neue Wege zu gehen.
"817 (days)" - das ist übrigens die Anzahl der Tage, an denen für das Album gearbeitet wurde - bietet melodischen Edelpop, der sich wohltuend vom ideenlosen Einerlei der meisten erfolgreichen Produzenten und Gruppen abhebt. Kein Gramm Kitsch, kein aufgeplusterter Bombast, bei Echofields zählen die Komposition und die Verschiedenartigkeit der Arrangements, nicht das Auf- und Umarbeiten bekannter Versatzstücke.
Vortrefflich zeigt dies der Opener: feinfühlig wird ein fernöstlich anmutendes, von Ethnorhythmik unterstütztes Klanggewebe gesponnen, in das sich Hübner mal träumerisch frei, mal melancholisch einbringt und so eine Stimmung erzeugt, die perfekt für den Vorspann der Animeserie "
Lain" gedacht wäre; daran muss ich unweigerlich denken, jedes Mal, wenn ich das Stück höre.
Oder auch "Gone", das den Discosound der End-70er mit pumpendem Bass und treibenden Streichern perfekt imitiert - inklusive einer Gaynor-esken Hübner als Discodiva. Der Schatztruhencharakter des Albums macht es mir so sympathisch - und die 52 Minuten vergehen wie im Fluge. Da darf geschwelgt, frohlockt und geweint werden; jedes Stück formt seinen eigenen immanenten Mikrokosmos, der die Freude zum Detail und die viele Arbeit, die in das Projekt geflossen ist, widerspiegelt.
Bleibt noch Kritik über? Sicher, hier und da finden sich schon die erwähnten "bekannten Versatzstücke", was eigentlich kaum ausbleiben kann. Das ändert aber nichts an der Qualität und der Sorgfalt, mit dem diese als Reminiszenzen fungieren. "817 (days)" bietet eine Bestandsaufnahme dessen, was sich in der Popmusik seit Mitte der 70er getan hat und das eben verquirlt, entkernt, aromatisiert und mit Austern als Hauptgang serviert.
Meine Empfehlung!
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