So. Da bin ich wieder. Diesmal habe ich ein älteres Kunstwerk meinerseits mitgebracht, dem zu lange der Weg in die breite Masse verwehrt blieb.
Wenn es euch gefällt oder gemäß dem Fall, dass es nicht so sein sollte, schreibt doch bitte einen kurzen Kommentar und demnächst wird es dann sicher mehr Geschichten aus der wundersamen Welt (von einem bekannten Rollenspiel adaptiert) rund um den wundersamen Held Wahnfried Zornbold geben (dass es diesen Charakter einmal tatsächlich gab stimmt - die Geschichten haben aber nichts mit ihm zu tun).
Und nun viel Spaß!
Wahnfried hatte Hunger. Seit dem Morgen hatte er weder gegessen noch gefrühstückt und war zudem auch noch den ganzen Tag lang gelaufen.
Bis zu diesem Punkt.
Wenn Wahnfried eines nicht ausstehen konnte, waren das diese schmerzlichen, bald chronisch sequentiellen Signale aus der Magengegend, die stetig in seinen Kopf pumpten. Und gerade jetzt standen sie einer Horde bösartiger Räuber gegenüber, die ihnen ihr Geld
und ihr Leben nehmen wollten (wirklich üble Sorte!).
Ihr Anführer Horm Waldlaus blickte mit widerwärtigem Grinsen auf die kleine Gruppe herab. Da hatte ihm Phex ja ein tolles Mahl beschert. Schon seit Vormittag hatte er die Wanderer beobachtet, wie sie aus einem Wirtshaus gescheucht und später von kleinen Kindern mit faulem Gemüse beworfen worden waren. Die prallen Beutel an ihren Gürteln hatte er jedoch nicht übersehen und so beschlossen, sie in die Falle zu treiben. Seine Männer waren blutrünstig und hochmotiviert. Mit Messern zwischen den Zähnen und wirren, aber konzentrierten Augen standen sie in einigem Abstand um die Unglücklichen herum. Horm zählte innerlich bereits die Beute, denn er hatte noch Schulden im örtlichen Freudenhaus (nicht was ihr denkt - die leichten Damen hatten in beim Canasta geschlagen, eine bittere Tatsache für diesen stolzen Mann).
Wahnfried musste seufzen. Zwar hatte er das Schwert bereits in der Hand, doch selbst jenes schien pessimistisch eingestellt; zumindest glaubte er das. Da meinte er die Lösung gefunden zu haben. Neben seinem Angstschweiß perlten ihm beinahe schon die Jubeltränen übers Gesicht, als er einen Schritt nach vorn machte.
"Räuber... Nein, lasst es mich so formulieren: Unwissende Geschöpfe! Was wagt ihr euch den tapfersten Helden Aventuriens entgegenzutreten... und das auch noch feindseelig! Boron möge eurer Seelen gnädig sein, denn was jetzt kommt wird euch vor Angst sterben lassen!", er hatte sich bemüht so verrückt wir nur irgend möglich zu klingen und fürs Erste schienen seine Worte gefruchtet zu haben, die Diebe wichen einen Schritt zurück und blickten sich fragend an. Wahnfried nutzte die allgemeine Verunsicherung um erneut zuzuschlagen. "Sehet nun Wegelagerer, was ihr herausgefordert habt! Sehet in die kalten, berechnenden Augen des Todes! Sehet:
Modulo den Magier!", voll Enthusiasmus und den Allüren eines Jahrmarktschreiers sprang er beiseite und deutete auf den großen, alten Mann mit Bart und Hut.
"Das bin ja ich!", dachte Modulo und blickte verdutzt in die Runde. Die Räuber blickten auf den greisen Zauberkünstler, wie die Maus auf die Katze - sie waren erstarrt vor Schreck. "Wahnfried?", bemerkte Modulo geistesabwesend. Wahnfried drehte sich herum. "Nicht jetzt... mach einfach irgendwas!", flüsterte er. Wahnfried widmete sich wieder den Räubern und nickte hinterhältig. "Wahnfried?", wiederholte sich Modulo. "Wahnfried?", fügte er hinzu, ehe er mit "Wahnfried..." seinem Auftritt ein jähes Ende setzte. Wahnfried der immer noch keck grinste fuhr herum. Sein Gesicht erstarrte. Der alte Mann war abrupt und im Stehen eingeschlafen.
Für einen Moment steckten die Räuber ihre Köpfe nach vorne und guckten ungläubig. Im nächsten Moment jedoch verfinsterten sich ihre Mienen wieder und sie gingen einen Schritt auf die vier Abenteurer zu. Entsetzt blickte Wahnfried zu Feymsel. Der Elf stand wie angewurzelt auf dem Boden und blickte herab. Feymsel aber hatte einen Plan, er wusste nur nicht welchen. Mit der letzten Spur von Hoffnung wendete er sich ein weiteres Mal, diesmal zu Lauthals, dem Barden. Doch der war zu beschäftigt damit, mit seiner Laute diesen Augenblick der Spannung atmosphärisch zu unterlegen.
Fido der Tanzbär jonglierte drei Bälle, fuhr auf seinem Einrad einen winzigen Kreis und dachte über den Sinn des Lebens nach.
Jede Option schien für Wahnfried verloren. Sollte seine steile Abenteurer Karriere jäh enden? Er ging tief in sich hinein, während die Räuber immer dichter an sie heranrückten...
[ to be continued?

]