Tuesday, April 26. 2005Das Dritte Auge: Neulich in Aventurien
So. Da bin ich wieder. Diesmal habe ich ein älteres Kunstwerk meinerseits mitgebracht, dem zu lange der Weg in die breite Masse verwehrt blieb.
Wenn es euch gefällt oder gemäß dem Fall, dass es nicht so sein sollte, schreibt doch bitte einen kurzen Kommentar und demnächst wird es dann sicher mehr Geschichten aus der wundersamen Welt (von einem bekannten Rollenspiel adaptiert) rund um den wundersamen Held Wahnfried Zornbold geben (dass es diesen Charakter einmal tatsächlich gab stimmt - die Geschichten haben aber nichts mit ihm zu tun). Und nun viel Spaß! Wahnfried hatte Hunger. Seit dem Morgen hatte er weder gegessen noch gefrühstückt und war zudem auch noch den ganzen Tag lang gelaufen. Bis zu diesem Punkt. Wenn Wahnfried eines nicht ausstehen konnte, waren das diese schmerzlichen, bald chronisch sequentiellen Signale aus der Magengegend, die stetig in seinen Kopf pumpten. Und gerade jetzt standen sie einer Horde bösartiger Räuber gegenüber, die ihnen ihr Geld und ihr Leben nehmen wollten (wirklich üble Sorte!). Ihr Anführer Horm Waldlaus blickte mit widerwärtigem Grinsen auf die kleine Gruppe herab. Da hatte ihm Phex ja ein tolles Mahl beschert. Schon seit Vormittag hatte er die Wanderer beobachtet, wie sie aus einem Wirtshaus gescheucht und später von kleinen Kindern mit faulem Gemüse beworfen worden waren. Die prallen Beutel an ihren Gürteln hatte er jedoch nicht übersehen und so beschlossen, sie in die Falle zu treiben. Seine Männer waren blutrünstig und hochmotiviert. Mit Messern zwischen den Zähnen und wirren, aber konzentrierten Augen standen sie in einigem Abstand um die Unglücklichen herum. Horm zählte innerlich bereits die Beute, denn er hatte noch Schulden im örtlichen Freudenhaus (nicht was ihr denkt - die leichten Damen hatten in beim Canasta geschlagen, eine bittere Tatsache für diesen stolzen Mann). Wahnfried musste seufzen. Zwar hatte er das Schwert bereits in der Hand, doch selbst jenes schien pessimistisch eingestellt; zumindest glaubte er das. Da meinte er die Lösung gefunden zu haben. Neben seinem Angstschweiß perlten ihm beinahe schon die Jubeltränen übers Gesicht, als er einen Schritt nach vorn machte. "Räuber... Nein, lasst es mich so formulieren: Unwissende Geschöpfe! Was wagt ihr euch den tapfersten Helden Aventuriens entgegenzutreten... und das auch noch feindseelig! Boron möge eurer Seelen gnädig sein, denn was jetzt kommt wird euch vor Angst sterben lassen!", er hatte sich bemüht so verrückt wir nur irgend möglich zu klingen und fürs Erste schienen seine Worte gefruchtet zu haben, die Diebe wichen einen Schritt zurück und blickten sich fragend an. Wahnfried nutzte die allgemeine Verunsicherung um erneut zuzuschlagen. "Sehet nun Wegelagerer, was ihr herausgefordert habt! Sehet in die kalten, berechnenden Augen des Todes! Sehet: Modulo den Magier!", voll Enthusiasmus und den Allüren eines Jahrmarktschreiers sprang er beiseite und deutete auf den großen, alten Mann mit Bart und Hut. "Das bin ja ich!", dachte Modulo und blickte verdutzt in die Runde. Die Räuber blickten auf den greisen Zauberkünstler, wie die Maus auf die Katze - sie waren erstarrt vor Schreck. "Wahnfried?", bemerkte Modulo geistesabwesend. Wahnfried drehte sich herum. "Nicht jetzt... mach einfach irgendwas!", flüsterte er. Wahnfried widmete sich wieder den Räubern und nickte hinterhältig. "Wahnfried?", wiederholte sich Modulo. "Wahnfried?", fügte er hinzu, ehe er mit "Wahnfried..." seinem Auftritt ein jähes Ende setzte. Wahnfried der immer noch keck grinste fuhr herum. Sein Gesicht erstarrte. Der alte Mann war abrupt und im Stehen eingeschlafen. Für einen Moment steckten die Räuber ihre Köpfe nach vorne und guckten ungläubig. Im nächsten Moment jedoch verfinsterten sich ihre Mienen wieder und sie gingen einen Schritt auf die vier Abenteurer zu. Entsetzt blickte Wahnfried zu Feymsel. Der Elf stand wie angewurzelt auf dem Boden und blickte herab. Feymsel aber hatte einen Plan, er wusste nur nicht welchen. Mit der letzten Spur von Hoffnung wendete er sich ein weiteres Mal, diesmal zu Lauthals, dem Barden. Doch der war zu beschäftigt damit, mit seiner Laute diesen Augenblick der Spannung atmosphärisch zu unterlegen. Fido der Tanzbär jonglierte drei Bälle, fuhr auf seinem Einrad einen winzigen Kreis und dachte über den Sinn des Lebens nach. Jede Option schien für Wahnfried verloren. Sollte seine steile Abenteurer Karriere jäh enden? Er ging tief in sich hinein, während die Räuber immer dichter an sie heranrückten... [ to be continued? Thursday, April 21. 2005Ja warum...
... schreibt der denn nichts?
Frage ich mich selbst ein bisschen. Ein wenig mehr Aktivität meinerseits wäre zumindest wünschenswert und das gilt nicht nur fürs Blog. Aber es kommt wenig zusammen. Weder hier, noch da, noch woanders. Woran das liegen kann? Es müsste eigentlich an der Jahreszeit liegen. Der April ist launisch und so bin ich's auch. Mag eben alles und auch nichts - momentan. Ich hoffe einfach mal, dass es wieder besser wird. Bis neulich. Friday, April 15. 2005A trip to London, Part 2: Sighthopping
Nanu... da war ja noch etwas.
London! London ist eine außergewöhnlich große Stadt, die sich im Südosten Englands nördlich und südlich der Themse ausbreitet. So viel zum allgemein bekannten und geographischen. In der Tat ist London eine Antiquität an sich. Trotz Horden von Touristen, Autos, Leuchtreklame und Hochhäusern hat diese Stadt ihre eigentümliche, imperialistisch vikorianische Atmosphäre konserviert. Problematisch wird es, wenn man die Innenstadt ein wenig erkunden möchte und dafür nur grob zwei Tage Zeit hat. Und in unserem Fall... war es so. Was konnten wir tun? Nun: Es gibt ein recht nützliches Fortbewegungsmittel in London: The Underground - Die U-Bahn. Ausgestattet mit Fahrplan und Stadtkarte machten wir uns auf den Weg, die wichtigen Schauplätze so gut und günstig es ginge auszukosten. Sightseeing wäre dafür wohl der falsche Begriff, sprechen wir also von Sighthopping! Tag 1: Big Ben, Westminster Hall, Westminster Abbey, die weiteren Regierungsgebäude bishin zum Trafalgar Square. Danach ins British Museum of History, was natürlich ein wenig Zeit benötigte. Daraufhin ging es zurück zum Hotel, denn langsam fingen unsere Füße an zu schmerzen (besonders meine; aufgrund von fiesem Schuhwerk). Später ging's dann zur St. Paul's Cathedral und über die Millenium Bridge auf die andere Seite der Themse und am neugebauten Shakespeare Theatre vorbei. Nach einer Pizza war's dann auch schon recht spät und wir kehrten ins Hotel zurück. Tag 2: Nach gutem Frühstück ging es erst einmal an den alten Bahnhof Liverpool Street um das Gepäck schon für die Rückfahrt zum Flughafen abzugeben. Als wir feststellen musste, dass das Planetarium mittlerweile von Madame Tussauds assimiliert wurde und Letzteres gehörig überteuert war (umgerechnet 30 Euro - für eine Karte!), ging es weiter in Richtung Tower of London, welcher durch seinen vergleichsweise billigen Eintritt einige Museen bot, die nicht nur die Geschichte des Towers an sich sondern auch das Geschehen in ganz London über die Jahrhunderte hinweg erzählen konnten. Gekrönt wurde der Tag dann durch einen Gang über die Tower Bridge, ehe es dann postum wieder Richtung Bahnhof und Flughafen ging. Fazit: Sighthopping ist anstrengend, aber informativ - und London eine faszinierende Stadt. Wednesday, April 13. 2005der Babyblaue Grimme Award - wird's was werden?
Dieses Jahr wird zum nunmehr fünften Mal der Grimme Online Award für herausragende Webseiten vergeben.
In diesem Sinne: Danke BBS! Und ich hoffe, dass folgender Beitrag, den Weg für einen der Preise ebnen kann: Die Babyblauen Seiten (kurz: BBS) sind ein aus Eigeninitiative und unkommerziellem Interesse entstandenes Projekt von verschiedenen Musikliebhabern, die auf Basis eines übersichtlichen und benutzerfreundlichen Systems die progressiv-musikalischen Pfade jenseits der Popmusik durchleuchten. Durch die Vielzahl der besprochenen Alben (mittlerweile über 8000 Rezensionen zu über 5500 Alben) und die hilfreichen Leitfäden ermöglichen sie dem Neuling einen leichten Einstieg und dem "alten Hasen" das (Wieder)Entdecken von zeitloser Musik. Beliebt sind die BBS auch wegen ihrer unverblümten, gut geschriebenen Texte, die zu Teilen aus der Feder von Journalisten und Musikern stammen und daher immer den Punkt treffen. Umfragen, Verlosungen, ein Glossar und kontinuierliche Aktualität (jeden Tag erscheinen bis zu 10 neue Rezensionen) runden das Informative Paket "BBS" ab. Gerade weil sie so vielen Menschen seit ihrem Bestehen den Zugang zu in der Öffentlichkeit kaum besprochener Musik bieten und dies nur aus Liebe zur Musik machen, denke ich, haben die Babyblauen Seiten und ihre Betreiber den Grimme Online Award verdient. Monday, April 11. 2005A trip to London, Part I: Gut angekommen
Back again.
Zurück von einem recht amüsanten, anstrengenden und faszinierenden Wochenende. Los ging es Samstag morgen - nach einer handvoll Schlaf und einem Brötchen - in Richtung Köln/Bonner Flughafen. Nach minimalen Hin- und Hergeirre ("Welcher Schalter?", "Welcher Flughafen?", "Wer bin ich?") fanden wir dann auch recht zügig zu den gängigen Instanzen um ins fliegende Verkehrsmittel zu finden. An Bord ließ sich dann noch ein Platz in Nähe des recht kleinen Fensters finden (meine Schwester verdeckt Musik zum Abheben - John Coltrane's "A Love Supreme" Der Landeanflug gestaltete sich ein wenig problematischer. Aber nicht durch das dezente Schaukeln und Rütteln sondern eher der Mangel meiner Ohren den Druck zu kompensieren. Folglich hatte ich nach der Landung einige Probleme mein Umfeld zu verstehen und litt noch ein paar Stunden später unter Ohrenschmerzen. Ehe ich noch Mitleid erwecke möchte ich aber sagen, dass mir das in Anbetracht der vielen neuen Dinge, die es zu sehen gab, wenig ausgemacht hat. Nach kurzem Aufenthalt am Flughafen ging es mit der leicht überteuerten Bahn in Richtung London Innenstadt. Holiday Inn Express, das McDonalds der Hotelketten. Bis dato war also alles in Ordnung und alsbald wurden wir auf die Stadt losgelassen ...
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